Bericht über Besuch im Waisenhaus in Sri Lanka
(16.06.2011)

"Auch im fünften Betriebsjahr steht unser Waisenhaus in Sri Lanka tipptopp da, die Jungs wachsen und gedeihen prächtig und der Gesamteindruck vermittelt Harmonie und einen guten Geist, der in dem Waisenhaus herrscht", so das einhellige Fazit aus dem jüngsten Besuch einer Schwetzinger Delegation um den Vorsitzenden Bernd Kappenstein, der begleitet wurde von Landrat Stefan Dallinger und Dekan Wolfgang Gaber. Mit dabei auch Alphonse Ekkar, langjähriger Kaplan in der Pankratius Gemeinde und seit gut einem Jahr wieder zurück in seiner Heimat Indien.

Ein bisschen Stolz schwang schon mit, als die beiden Gründer OB a.D. Bernd Kappenstein und sein damaliger Erster Bürgermeister Stefan Dallinger mit großer Freude und Genugtuung ihr Baby betrachteten, das in einer schrecklichen Naturkatastrophe am 26. Dezember 2004 um 9.15h seinen Anfang nahm, als nämlich mehr als 3500 Bewohner der südlichsten Stadt Sri Lankas, Matara in einem verheerenden Tsunami den Tod fanden.

In einer beispielhaften Spendenaktion konnten in Schwetzingen binnen weniger Wochen rd. 130.000 Euro gesammelt werden - Grundstock für ein Waisenhaus in Matara, in dem 28 Buben, die durch den Tsunami zu Waisen oder Halbwaisen wurden, eine wohlbehütete Heimat fanden.

Einige der Kinder sind zwischenzeitlich wieder bei entfernten Verwandten, 20 Jungs im Alter zwischen 9 und 16 Jahren werden bis zum Erwachsenenalter in diesem "Schwetzinger Haus" ihre Heimat haben - und genau ihnen gilt unsere ganze Aufmerksamkeit und Fürsorge, lässt Bernd Kappenstein keinen Zweifel an der Notwendigkeit dieses vorbildlichen Sozialprojektes.

Gleich nach der Landung in Colombo stand der Besuch in der deutschen Botschaft auf dem Programm. Von dort zollte man Lob und Anerkennung über das Waisenhausprojekt, dessen Nachhaltigkeitswirkung landauf, landab seinesgleichen suche.

Mit überschwänglicher Herzlichkeit begrüßten die 20 Buben den Schwetzinger Besuch. Folkloristische Tänze, Gesangsdarbietungen und eine Ansprache in astreinem Englisch ließen die Herzen der deutschen Delegation höher schlagen. "Ihr dürft besonders glücklich sein", meinte Bernd Kappenstein in seiner Ansprache an die Buben. "Ein jeder von Euch hat 19 Brüder, wer hat das schon?" Zur großen Freude gab es dann für jeden einen in englischer Sprache gefertigten Kalender mit Bildern aus dem Waisenhaus, der übrigens beim Weihnachtsmarkt in Schwetzingen einen riesigen Absatz fand. Voll ins Schwarze traf Dekan Wolfgang Gaber mit seinen orangenfarbenen Mützen der Kolpingfamilie und auch Stefan Dallinger konnte zur Freude der Heimleiterin Anusha ein Buch über den Rhein-Neckar-Kreis überreichen.

,Old Mc Donald has a farm' war dann der absolute Renner. Ein Lied, das binnen kurzer Zeit einstudiert war und bei dem Vater "Wolfgang" zur besonderen Belustigung der Jugendschar in unnachahmlicher Weise den Monkey (Affen) interpretierte. Höhepunkt war wie in den Vorjahren ein Fußballspiel, das die Jungs geradezu herbeifieberten. Schnell waren die Mannschaften mit den Kapitänen Stefan Dallinger auf der einen Seite und Bernd Kappenstein auf der anderen gebildet. Nach der Hitzeschlacht von knapp einer Stunde mussten sich dann die Mannen um Kappenstein dem Team Dallinger mit 10 zu 2 geschlagen geben.

Natürlich standen auch Einkäufe auf dem Programm. Schließlich hatten zahlreiche Schwetzinger Schülerinnen und Schüler der Kurt-Waibel-Förderschule und der Hilda- Haupt- und -Realschule beim Sozialen Tag einen stattlichen Spendenbetrag gesammelt. Neben Fahrräder konnten mit der Spende zusätzlich drei Computer beschafft werden, mit denen nun die Bewohner des Schwetzinger Waisenhauses erste Kontakte mit der modernen technischen Welt knüpfen werden.

Auch eine Tischtennisplatte und für jeden Buben einen eigenen Tischtennisschläger konnte aus einer Privatspende beschafft werden. Hinzu kam eine Stereoanlage, die gerade für Folkloretänze besonders dringend benötigt wird - ebenfalls aus einer Privatspende finanziert.

"Es ist uns ein wichtiges Anliegen", so Stefan Dallinger, "dass die Jungs gut ausgebildet werden und im späteren Berufsleben eine echte Chance haben". Eine spontane Einladung Kappensteins zu einem 2-wöchigen Aufenthalt in Deutschland an die drei Besten in den Disziplinen "allgemeine Schulnoten, Englischkenntnisse, soziales Verhalten und EDV-Kenntnisse fand die große Begeisterung der 20 Buben und wird Anreiz sein, sich anzustrengen und am Ende in der offenen Olympiade zu den Bestplatzierten zu zählen.

Der Deutschlandbesuch soll voraussichtlich im nächsten Frühjahr organisiert werden. Der Verein Fluthilfe e.V. sucht bereits jetzt interessierte Familien, die gerne bereit sind, für zwei Wochen ein Kind bei sich aufzunehmen. Interessenten melden sich bei Wolfgang Leberecht im Rathaus Schwetzingen unter der Nummer 06202/87 105. Es wurde hier ein wunderbares Beispiel gelebter Nächstenliebe geschaffen, waren sich Alphonse Ekkar und Wolfgang Gaber einig und auch die Gründerväter Bernd Kappenstein und Stefan Dallinger kehrten im Bewusstsein nach Deutschland zurück, mit großartiger Unterstützung der Schwetzinger Bürgerschaft eine behütete Heimstadt und nachhaltige Bleibe für 20 Buben geschaffen zu haben, die den Grundstein für ihre Zukunft bildet.


Newsletter an Paten vom September 2010
(25.11.2010)

Wir stehen im ständigen Kontakt mit der Leitung unseres Waisenhauses in Matara. Monatlich erhalten wir eine exakte Aufstellung über die benötigten Gelder und deren Verwendung. Gemeinsam mit unserem Stadtkämmerer Manfred Lutz-Jathe und dem Leiter des Rechnungsprüfungsamtes Peter Riemensperger dürfen wir mit Freude feststellen, dass jeder Cent ordnungsgemäß nachgewiesen ist.
Wie uns berichtet wurde, wachsen "unsere" Jungs in einer wohlbehüteten Umgebung auf. Alle besuchen die Schule, einige davon auch weiterführende Bildungseinrichtungen. Darauf legen sowohl wir vom Vorstand als auch die Heimleitung großen Wert. Schließlich sollen die Kinder im späteren Erwachsenenleben die Chance haben, einen Beruf zu erlernen oder vielleicht auch zu studieren.
Kürzlich erreichte uns von Herrn Hewakandamby die Bitte um Zustimmung zu einem Ausflug ins Landesinnere, der wir natürlich gerne entsprochen haben.

Hier der Bericht über den Ausflug: Bericht Ausflug nach Anuradhapura und Kandy (PDF)

"Sozialer Tag"
(25.11.2010)

Dass unser "Haus Schwetzingen" auch hier in unserer Stadt fest verankert ist, beweist der diesjährige "Soziale Tag" der Kurt-Waibel-Förderschule und der Hilda-Haupt- und Werkrealschule, dessen Reinerlös in diesem Jahr unserem Verein Fluthilfe zufließt. Im Juni hatten wir die Gelegenheit unser Projekt vor Ort in den Schulen vorzustellen. Am 21. Juli 2010 haben Schüler dann einige Stunden in Geschäften und Institutionen gearbeitet und neben den Erfahrungen in der Berufspraxis auch noch einige Euro verdient, die - wie bereits erwähnt - für eine Anschaffung im Waisenhaus in Matara bestimmt sind.
Wir haben uns in Abstimmung mit den Schülern für die Beschaffung einiger Fahrräder entschieden. Bislang teilen sich die 26 Buben gemeinsam ein einziges Fahrrad. Bereits jetzt vielen Dank den Schülerinnen und Schülern, der Lehrerschaft und allen Organisatoren, besonders Frau Doris Glöckler, die erneut für den Sozialen Tag Verantwortung getragen hat.

Situation im Land
(25.11.2010)

Sie fragen sich sicher auch, wie es nach den kriegsähnlichen Zuständen im letzten Jahr im Land weiter gegangen ist. Kurz nach unserem letzten Besuch in Matara endete im Mai 2009 formell der fast 30 Jahre währende Bürgerkrieg. Seither haben sich keine Terroranschläge ereignet. Gleichwohl können diese für die Zukunft, wie auch in anderen Ländern, nicht ausgeschlossen werden. Die srilankische Regierung hält den Ausnahmezustand weiter aufrecht. In einigen Gebieten im Norden und im Osten ist die Situation noch nicht ganz entspannt und zum Teil noch hohe Militärpräsenz anzutreffen. Entlang des Küstenstreifens im Osten entwickelt sich langsam wieder eine touristische Infrastruktur. Im Süden, also auch in Matara, war und ist die Situation weiterhin sehr stabil. Insgesamt wird es aber wohl auch dort noch einige Zeit dauern, bis man im Tourismus wieder seine alte Bedeutung erlangen wird.

Weihnachtsmarkt
(25.11.2010)

Wir blicken bereits wieder in den Monat Dezember und haben uns entschlossen, uns erneut mit einem Stand am Weihnachtsmarkt zu beteiligen. Der Weihnachtsmarkt findet in diesem Jahr wegen des Schlossplatzumbaus auf den "Kleinen Planken", also vor dem Lutherhaus statt. Wir sind für das erste Wochenende 2. bis 5. Dezember 2010 angemeldet und werden ein ganzes Zelt bewirtschaften. Meine Frau Gertrud hat sich dankenswerterweise wieder bereiterklärt, die Organisation zu übernehmen.


Breite Unterstützung für das Projekt
(Bericht vom 28.04.2009)

Nach ihrer Rückkehr aus Sri Lanka berichten Bernd Kappenstein und Wolfgang Leberecht über die Situation im Land, die Erlebnisse und die Perspektiven für das Schwetzinger Waisenhaus-Projekt in Matara

kinder_fenster06Schon bei den ersten Kontrollen nach der Ankunft und auf dem Weg zur Botschaft wurde deutlich, dass Sicherheit derzeit überall in Sri Lanka sehr groß geschrieben wird. Gerade in diesen Tagen strebt die srilankische Arme die entscheidende Offensive gegen die Anhänger der Organisation der Tamilen-Tiger LTTE an, die seit vielen Jahren für einen unabhängigen Tamilenstaat im Norden eintritt. Über 100.000 Menschen, die von der LTTE eingekesselt waren, konnten in den letzten Tagen bereits befreit werden. Der Flüchtlingsstrom stellt das Land vor ungeheuere humanitäre Herausforderungen.
In der Botschaft gab es einen Empfang beim stv. Botschafter Dr. Andreas Weckbach und dem deutschen Wirtschaftsbeauftragten Andreas Hartmann. Sie schätzen die Lage für Gäste allgemein als sicher ein, empfehlen jedoch sehr große politische oder religiöse Ansammlungen zu meiden. Im weiteren Gespräch zollen sie dem Schwetzinger Projekt hohen Respekt, gebe es doch gerade mal fünf oder sechs private Projekte, die in Sri Lanka überhaupt erfolgreich zum Tragen gekommen seien. „Wir sichern Ihnen gerne unsere weitere, offizielle Unterstützung zu und werden das Projekt, das ein erfolgreiches Stück Entwicklungszusammenarbeit darstellt, auch bei nächster Gelegenheit persönlich aufsuchen“, so Dr. Weckbach in seinem Fazit.
Auf dem anstrengenden Weg in den Süden, aber auch bei der späteren Fahrt ins Inland, wird deutlich, dass sich in den letzten Jahren viel getan hat. Wo früher zum Teil Holperpisten anzutreffen waren, gibt es heute vielfach schon sehr ordentliche Straßen. „Viel Geld, zum Teil auch aus internationaler Förderung, fließt allenthalben in den Straßenbau und in Schul- und Bildungsprojekte. Zahlreiche Baustellen zeigen, dass hier noch kein Ende abzusehen ist“, berichtet Wolfgang Leberecht von den Erfahrungen. In fast allen Gesprächen haben die unterschiedlichsten Leute immer wieder unaufgefordert ihre Zufriedenheit mit dem aktuellen Präsidenten Mahinda Rajapaksa und seinen Regierungsprojekten betont. Sie haben den Eindruck, dass es vorangeht und sind des Bürgerkriegs überdrüssig. Auch die Hotelbetreiber wünschen sich Frieden, ist die latente Gefahr doch ein Hemmschuh für den so wichtigen Tourismus, der seit der Tsunamikatastrophe Ende 2004 nicht wieder richtig auf die Beine gekommen ist. Dies ist umso bedauerlicher, da viele Küstenbereiche sich heute wieder sehr schön präsentieren und die sichtbaren Folgen des Tsunamis immer mehr verschwinden.
Geradezu ins Schwärmen kommen Bernd Kappenstein und Wolfgang Leberecht,  wenn Sie von Ihren Erlebnissen im Schwetzinger Waisenhaus berichten. Noch sind die Erinnerungen frisch und etwas wehmütig gehen die Gedanken zurück an die gemeinsamen Stunden mit den Waisenkindern und beim Abschied gab es sogar Tränen: nicht nur bei den 26 Buben, die in den wenigen Tagen Schwetzingens Ex-OB und seinem Vorstandskollegen sprichwörtlich ans Herz gewachsen sind.
waisenhaus_bueroAuf dem Besuchsprogramm standen zunächst ausführliche Gespräche mit Piyasena Hewakandamby, der sich von der ersten Stunde an rührend um das Waisenhaus kümmert. Ohne eine solche Persönlichkeit vor Ort hätte unser Projekt nie gelingen können, ist sich Bernd Kappenstein, Vorsitzender des Fluthilfevereins sicher. Drei bis vier Tage pro Woche verbringt der Vater von Mahesh Hewakandamby, einem Teehändler aus Matara, der seit einigen Jahren mit seiner Familie in Halver im Sauerland wohnt, im Schwetzinger Hostel. Buchhaltung, Schriftverkehr, Bankangelegenheiten, Lösung wichtiger Fragen - ohne Vater Hewakandamby geht so gut wie nichts, zugleich die große Sorge des Vorsitzenden, denn Vater Hewakandamby wird im nächsten Jahr bereits 80 Jahre alt. Man sieht es ihm nicht an. Noch ist er geistig und körperlich topfit. 
Gleichwohl können wir beruhigt sein, dass unsere Hausleiterin Anusha Pereira neben der liebevollen Arbeit mit den Kindern immer mehr in die Verwaltungsangelegenheiten hineinwächst, meint Wolfgang Leberecht. Zwischenzeitlich ist sie bestens mit dem Laptop vertraut, sendet e-Mails und Bilder nach Deutschland und ermöglicht somit eine permanente Kommunikation mit der Vereinsleitung in Schwetzingen. Anusha Pereira stehen noch zwei Kinderpflegerinnen, eine Köchin, eine Tanzlehrerin, die zugleich auch für die Freizeit- und Sportaktivitäten der Kinder verantwortlich ist, sowie ein Hausmeister zur Seite. Das Team wohnt bei den Kindern und sorgt rund um die Uhr für das Wohlbefinden, Gesundheit und die nötige Nestwärme der Buben. In vertiefenden Einzelgesprächen zollen Kappenstein und Leberecht dem sechsköpfigen Team Respekt und Anerkennung für die engagierte Arbeit und das außerordentlich harmonische Klima im Waisenhaus, das nicht zuletzt auf die umsichtige und einfühlsame Führung von Anusha Pereira zurückzuführen ist.
Neugierige Blicke empfingen den Schwetzinger Besuch. Einige Jungs drückten in dem zum Eingang zugewanden Raum mit breitem Grinsen die Nasen an die Fensterscheiben schwangen selbstgebastelte Fähnchen in den deutschen Farben und riefen bereits von weitem Germany-Germany! Es war überwältigend, in die dankbaren Kinderaugen zu sehen, wissend, dass alle ein schweres Schicksal zu verarbeiten hatten, so Kappenstein. Gerade die Jüngsten wollten einen kaum noch los lassen und manchmal hatte man an jeder Seite zwei bis drei kleine Kinderhände zur gleichen Zeit zu halten. Zuhause hätte es nicht herzlicher sein können.
tanzIIKanichka, dessen Vater durch den Tsunami umkam, spricht mit seinen zwölf Jahren bereits erstaunlich gut Englisch. Er hatte die Aufgabe, die Gäste aus Deutschland zu begrüßen. Fehlerfrei rezitierte er den mit Piyasena Hewakandamby aufgesetzten Text, in dem große Dankbarkeit der Kinder zum Ausdruck kam, die im Waisenhaus ein glückliches Zuhause gefunden haben und in dem sie behütet und fröhlich aufwachsen dürfen.
Bevor die einstudierten traditionellen Volkstänze von einigen Buben gekonnt aufgeführt wurden, hatte Bernd Kappenstein Gelegenheit, zu den versammelten Kindern und ihren Betreuern zu sprechen. "Ihr seid tolle Jungs, die in einer Großfamilie wohnen - und jeder von Euch hat 25 Brüder und darüber dürft ihr euch freuen", meinte Kappenstein. Mit glänzenden Augen durfte jedes der Kinder eine Mütze und Malfarben, gestiftet von der Sparkasse und einen bunten Trinkbecher des Energieversorgers MVV in Empfang nehmen. Auch ein Volleyball und ein Puzzle mit einer Ansicht des Schwetzinger Schlossgartens sowie gestiftete Sportkleidung der Fa. Sport-Rey waren im Geschenkpaket. Mit Freude verlas Kappenstein einen Brief, den die Schüler der Hilda Haupt- und Werkrealschule in englischer Sprache verfasst hatten. Darin wurde Bezug genommen auf die von den Waisenkindern gemalten Bilder, die von den Hildaschülern zu einem Kalender verarbeitet und beim Weihnachtsmarkt verkauft wurden.
An einem weiteren Tag standen wichtige Einkäufe an. Aus aktuellen Spendengeldern konnten dringende Wünsche erfüllt werden. Dazu zählten eine Waschmaschine, eine Nähmaschine und ein Pollisher. Damit jedes Kind einen eigenen Schrank besitzt wird in den nächsten Tagen an einen örtlichen Schreiner ein Arbeitsauftrag erteilt. Schließlich soll noch eine Tischtennisplatte besorgt werden, die neben dem Volleyball, Fußball und Kricket zur sportlichen Freizeitgestaltung dienen wird. Apropos Sport: nachdem im Vorjahr ein Fußballspiel mit Dr. Rene Pöltl und Jürgen Gruler für viel Spaß gesorgt hatte, kamen auch Bernd Kappenstein und Wolfgang Leberecht nicht umhin, auf einem benachbarten freien Feld -es war wohl eher ein Acker mit zum Teil tiefen Löchern, Gestrüpp und etlichen spitzen Steinen, dem runden Leder nachzujagen. Mit Feuereifer legten sich die Jungs barfuß ins Zeug und bei jedem Weitschuss, der nur selten das Tor - hilfsweise bestehend aus den Schuhen der deutschen Gäste traf - scharten sich je ein gutes Dutzend "Michael Ballacks" um den jeweiligen Spielführer Kappenstein oder Leberecht zum Abklatschen. Am Schluss führte ein Elfmeterschießen zum diplomatischen Unentschieden.
Nachdem es den jungen Singhalesen auch nicht mit Händen und Füßen gelang, dem Besuch aus Deutschland die Regeln des Krickets beizubringen, entschied man sich kurzerhand für ein Volleyball-Match. Beeindruckt von den spielerischen Fertigkeiten vor allem der etwas größeren Buben konnten sich Kappenstein und Leberecht nach gut 2-stündigem schweißtreibenden Sport in sengender Hitze bei gut 35 Grad mit durchnässten Hemden zum Duschen zurückziehen.
Natürlich kam auch die Kultur nicht zu kurz. Zu den landestypischen Tänzen gesellten sich ceylonesische Volkslieder, die von den Buben nach dem Mittagstisch begleitet von rhythmischen Klatschen lautstark gesungen wurden. Bernd Kappenstein revanchierte sich auf seine Weise und studierte kurzerhand mit den Kindern den bekannten englischen Song "Old Mac Donald has a farm" ein. Begeistert ahmten die Jungs die typischen Laute der darin vorkommenden Tiere -Hund , Katze, Kuh, Ente bis hin zum "Elefanten"- nach. Nicht nur die Kinder, auch die Betreuer und vor allem Peyasena Hewakandamby hatten ihren Spaß. Zum Abschluss spornte Bernd Kappenstein die Kinder an, fleißig Englisch zu lernen und versprach, im nächsten Jahr die besten Schüler zu einem mehrwöchigen Aufenthalt nach Schwetzingen einzuladen.

Schauen, ob es den 29 Jungs gut geht
(Bericht vom 09.04.2009)

Schwetzinger Waisenhaus: Besuch vom Freundeskreis-Vorstand / Bernd Kappenstein und Wolfgang Leberecht vor Ort

Noch im April werden zwei Vorstandsmitglieder des hiesigen "Fluthilfe-Vereins" nach Sri Lanka reisen, um im Waisenhaus in Matara, das vom Verein gebaut und auch im Alltagsbetrieb komplett finanziert wird. Entstanden war es ja in Folge des Tsunami, der hier im Süden der Insel bei Matara tausende Menschenleben kostete. Untergebracht wurden Jungs, die mindestens ein Elternteil verloren haben.

Vor Ort werden nun Fluthilfe-Vorsitzender Bernd Kappenstein und Vorstandsmitglied Wolfgang Leberecht nach den Kindern und dem Haus schauen. "Für mich ist es der dritte Besuch in Matara. Beim ersten Mal im September 2005 begleitete mich Stadtrat Herbert Nerz. Wir fanden das Gelände noch mit typisch tropischem Bewuchs vor. Erste Gebäude des benachbarten Schultrakts waren zum Teil noch im Rohbau. Gemeinsam mit Honoratioren aus Matara wurden dann alle Festlegungen für den Waisenhaus-Bau getroffen. Den Spatenstich im Januar 2006 führte dann der damalige Bürgermeister Stefan Dallinger gemeinsam mit Stadtrat Dr. Förster aus. Am 13. September 2006 konnte ich das Band im Rahmen der Einweihung des Schwetzinger Hauses durchschneiden", erzählt der ehemalige Schwetzinger Oberbürgermeister. 2008 war dann Bürgermeister Pöltl vor Ort, um sich vom Alltagsleben der Kinder ein Bild zu machen. Das ist auch Ziel des jetzigen Besuches vom 20. bis 26. April.

Bei der Ankunft in der Hauptstadt Colombo wird die deutsche Botschaft erste Station sein. Noch am selben Tag steht die beschwerliche Wegstrecke von bis zu fünf Stunden nach Matara bevor. Die Eltern von Mahesh Hewakandamby, der Teehändler in Deutschland ist und die Kontakte vermittelt hat, betreuen das Haus vor Ort. "Natürlich freue ich mich am meisten auf die Begegnung mit unseren 29 Jungs im Waisenhaus", sagt Kappenstein.

Brief von Hilda-Schülern

"Die Schüler der Hilda-Haupt- und Werkrealschule haben übrigens einen netten Brief in englischer Sprache geschrieben, den ich an die Jungs übergeben werde. Sie haben ja bekanntlich aus Bildern, die von den Waisenkindern in Sri Lanka gemalt wurden, einen Kalender herausgegeben und beim Weihnachtsmarkt verkauft und den Verkaufserlös an unseren Verein zur Unterhaltung des Waisenhauses gespendet."

Im Verlauf des Aufenthaltes sollen die Rechnungsunterlagen überprüft und Fragen im Zusammenhang mit der Verwaltung und Leitung des Hauses erörtert und gelöst werden. Nicht zuletzt gilt es, dringende Anschaffungen zu tätigen. Dazu dienen die Spenden und Patenschaftsbeiträge, die dem Verein zugeflossen sind. jüg

Hilda-Schüler stellen sich in den Dienst der guten Sache
(Bericht vom 09.04.2009)

Kalender für Schwetzinger Waisenhaus
Von unserem Redaktionsmitglied Birger Weinmann

Während die großen Weihnachtsmärkte in den Städten ringsum schon seit dem ersten Advent laufen, zieht ab heute auch Schwetzingen nach. Ab 17 Uhr lädt der 16. Schwetzinger Weihnachtsmarkt vor der herrlichen Kulisse des illuminierten Schlosses zu einem gleichsam gemütlichen wie abwechslungsreichen Bummel ein.

Schon seit Tagen wurde auf dem nördlichen Schlossplatz gehämmert, geschraubt, gebaut. Die große Bühne steht, die Holzbuden und die die für Schwetzingen charakteristischen weißen Spitzzelte stehen in Reih und Glied und warten nur darauf, von den Besuchern aus nah und fern "gestürmt" zu werden.

Wiederum wurde auf ein reichhaltiges Angebot an kunsthandwerklichen Artikeln Wert gelegt, mit dem sich der Schwetzinger Weihnachtsmarkt schon seit Anbeginn an von vergleichbaren Märkten abhebt. Alle Aussteller, Vereine, Schulen, Kindergärten, Kunsthandwerker und Hobbykünstler leisten so einen ganz besonderen Beitrag dazu, dass die vorweihnachtliche Zeit nicht nur kommerzielle Züge trägt. Stände und Aufführungen der Partnerstädte Pápa (Ungarn), Lunéville (Frankreich) und Spoleto (Italien) tragen einmal mehr dazu bei, dass der Bummel über den romantischen Markt zu einem besonderen Erlebnis wird. Nicht umsonst schwärmt das Team der Stadtinformation: "Gönnen Sie sich in dieser stimmungsvollen Atmosphäre Momente des Träumens und Staunens!".

Kindern auf Sri Lanka helfen

Nach dem großen Erfolg im Vorjahr, wird beim Weihnachtsmarkt auch wieder ein Kalender mit gemalten Bildern vom Schwetzinger Waisenhaus in Sri Lanka angeboten. Dieses Mal stellen sich Schüler und Schülerinnen der Hilda-Haupt- und -Werkrealschule in den Dienst der guten Sache.

Schüler und Schülerinnen der Ethikgruppe der Klassen 9 und 10 wählten unter der Leitung ihrer Lehrerin Stefanie Gehrlein aus einer Vielzahl von Bilder, die von den Waisenkindern selbst gemalt wurden, die zwölf schönsten aus und gestalteten daraus einen Jahreskalender.

In der Ideenschmiede fanden die Schüler und Schülerinnen individuelle Wortkombinationen, passend zu den Motiven und bezogen auf jeden einzelnen Monat.

Bernd Kappenstein, der Vorsitzende des Vereins Aktion Fluthilfe, informierte zuvor in einer Schulstunde die Haupt- und Werkrealschüler über das tragische Ereignis des Tsunami, der am 26. Dezember 2004 über 250 000 Menschen binnen weniger Minuten in den Tod riss.

Als damaliger Oberbürgermeister stellte er sich an die Spitze einer bürgerschaftlichen Spendenaktion, die über 180 000 Euro erbrachte. In dem seit März 2007 bewohnten Waisenhaus, welches aus den Spendengeldern in Matara gebaut wurde, leben rund 30 Buben im Alter zwischen fünf und 15 Jahren. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie verloren bei dem Tsunami ihre Eltern und wachsen nun, dank der Schwetzinger Hilfsaktion, behütet und in geordneten Verhältnissen auf.

Hoffen auf "reißenden Absatz"

Die Rektorin der Hildaschule, Florence Brokowski-Shekete, wird an der Weihnachtsmarkteröffnung am heutigen Donnerstag, 18.30 Uhr, auf der Bühne gemeinsam mit Schülern den Kalender vorstellen. Über das erste Wochenende hinweg werden die Jugendlichen die Kalender zum Preis von neun Euro verkaufen. Der Kalender kann auch am Stand des Fluthilfevereins erworben werden.

Bernd Kappenstein freut sich über die gelungene Aktion und bedankte sich bereits vorab bei allen Mitwirkenden. Er hofft, dass der Kalender reißenden Absatz finden wird, schließlich könne jeder mit diesem Kauf einen Beitrag zum Weiterbestand des Waisenhauses leisten.

Gute Stimmung im Schwetzinger Haus

Waisenhaus der „Aktion Fluthilfe“ hat planmäßig seinen Betrieb aufgenommen

kinder2Nachdem bisher ja eher bauliche und technische Fragen im Vordergrund standen, kann das „Schwetzinger“ Waisenhaus in Matara/Sri Lanka jetzt bereits auf die ersten Wochen seines Betriebes zurückblicken. So haben die ausgewählten Kinder (wir berichteteten) – es sind 28 an der Zahl –ihr Domizil Anfang März bezogen und besuchen jetzt alle die benachbarte Schule. Als Leiterin wurde Anusha Perera bestellt. Sie ist 32 Jahre alt, stammt aus der Gegend von Colombo und wird dieses Jahr noch persönlich in Schwetzingen zu Gast sein. Zudem gibt es einen Koch und zwei weitere Betreuungskräfte.

„Die Stimmung im Haus ist gut. Die Kinder haben sich schon gut eingelebt,  haben den ersten Trennungsschmerz von den Pflegeeltern überwunden und sind gerne da“, sagt Mahesh Hewakandamby, die Schwetzinger Kontaktperson in Deutschland, dessen Vater sich vor Ort in Matara nach wie vor sehr um das Projekt bemüht. Mitte April sei übrigens drei Tage lang das singhalesische Neujahrsfest gefeiert worden. Traditionell sei hier schulfrei, alle Kinder seien dann bei ihren Angehörigen oder Gastfamilien gewesen. Wie berichtet wird, habe die Einrichtung auch bei den staatlichen Stellen große Anerkennung gefunden, schließlich seien auch in Sri Lanka Genehmigungen seitens der für die Kinderintegration zuständigen Behörden einzuholen.

Auch baulich hat sich noch einiges getan. Die notwendigen Grenzmauern sind erstellt,kueche der Anbau für die Küche ist fertig und die ersten Pflanzen rund um das Gebäude sind gesetzt. Die Zimmer sind weitgehend eingerichtet. In etwa gleichaltrige Kinder sind auf drei Gruppen aufgeteilt. Dies bestätigt auch die Hockenheimer Ärztin Andrea Hillmer-Lossen, die selbst einige Projekte in Sri Lanka unterstützt, und einen Aufenthalt Anfang April nutzte, um sich von den Verantwortlich das Waisenhaus zeigen zu lassen und auch aktuelle Bildeindrücke mit zu bringen. „Die Stimmung im Haus ist sehr angenehm, alles ist sehr ordentlich. Die Kinder sehen alle sehr sauber und gesund aus. Die Kontakte wirken sehr seriös, sehr freundlich und sehr vertrauenswürdig“, zieht sie anhand ihrer langjährigen Erfahrungen persönlich ein positives Fazit.
„Wir sind froh, dass wir jetzt ein ganz wichtiges Zwischenziel erreicht haben und die vielen Spender der Aktion Fluthilfe das positive Ergebnis ihrer Hilfe sehen können“, freut sich auch Initiator Bernd Kappenstein, der ja weiterhin als 1. Vorsitzender im Verein „Aktion Fluhilfe e.V.“ engagiert ist. BDC 031_lowNach der eigentlichen Startphase gelte es jetzt noch, die verschiedenen Budgets mit den Beteiligten abzusprechen. Sein Dank geht an alle Spender und an die bisher 29 Paten, die helfen, dass Projekt auf langfristige Beine zu stellen. So kommen jährlich bis jetzt über 8.000,- EUR zusammen. „Das wird noch nicht ausreichen, um die vorhandenen jährlichen Kosten des Unterhalts und der Verpflegung zu decken.

Wir freuen uns deshalb natürlich über weitere Einzelspenden, aber auch die Übernahme von Patenschaften“, so Wolfgang Leberecht, Mitglied im Vorstand. Er verweist auch auf die Internetseite www.fluthilfe-schwetzingen.de, wo in Kürze die aktuellsten Informationen eingestellt seien. Das Spendenkonto lautet Sparkasse Heidelberg, BLZ 672 500 20, Kto.Nr. 25010442, Stichwort „Aktion Fluthilfe“. Weitere Auskünfte auch zu den Patenschaften gibt es unter Tel. 0602-87105.

Heimstatt für 30 Waisenkinder - Paten gesucht  06.02.2007

Informationsabend der Aktion Fluthilfe zeigt positive Zwischenbilanz – im März wird die Einrichtung ihren Betrieb aufnehmen

Im Rahmen eines interessanten und anschaulichen Informationsabend letzte Woche im Palais Hirsch gaben die Verantwortlichen der Aktion Fluthilfe e.V. mit OB Bernd Kappenstein an der Spitze einen Überblick über den aktuellen Stand des Waisenhausprojekts in Matara im Süden Sri Lankas. Über 178.000 EUR seien bis Ende 2006 an Spenden eingegangen. Dem stünden Ausgaben von insgesamt 139.000 EUR gegenüber, davon 114.000 EUR für den Bau des am 13. September fertig stellten Gebäudes sowie 25.000 EUR für das komplette Inventar, die Abgrenzungen des Gebäudes, ein Nebengebäude sowie die Gestaltung des Außenbereichs, so der Bericht von Kappenstein. Er bedankte sich erneut für die enorme Hilfsbereitschaft aller Akteure z.B. der Vereine, Geschäfte und der Bürgerschaft, die sich seit 2005 in vielen beeindruckenden Aktionen eingebracht hätten. Kappenstein kündigte bei dieser Gelegenheit an, dass er sich auch nach seinem Ausscheiden als Oberbürgermeister weiterhin in der Funktion des Vorsitzenden aktiv um das Projekt kümmern möchte. Aus den Händen von Gastronom Bernd Kraft konnte er bei dieser Gelegenheit einen Scheck von weiteren 4764 EUR entgegennehmen. Die Gelder stammen aus der von ihm initiierten Aktion „Love is the message“ und dem damit verbundenen DVD-Verkauf.

Besonders eindrücklich gestaltete sich die Darstellungen des Singhalesen Mahesh Hewakandamba aus Halver im Sauerland. Der Teeimporteur ist als deutscher Ansprechpartner wesentlich an dem Zustandekommen der Kontakte mit Matara beteiligt. Sein Vater ist Treuhänder des dort zuständigen Trägervereins Bodu Mage (=klarer Weg), der sich um die Belange des Projekts kümmert. Gemeinsam mit Stadtrat Herbert Nerz, der aktuell seine Urlaub in Sri Lanka verbracht hat, und in Matara noch viele Dinge wie die Gestaltung des Außenbereichs regeln konnte, berichtet er, dass mittlerweile 22 Waisen bzw. Halbwaisen im Alter von sechs bis 12 Jahren – alle werden namentlich erwähnt und im Bild gezeigt - ausgewählt worden seien. Nach der erfolgten Ausschreibung würden in Kürze noch das Personal sowie die weiteren Kinder ausgewählt. Alleine für die Hausleitung habe es über 200 Bewerbungen gegeben. Er überbringt den Dank aller Betroffenen vor Ort nach Deutschland und bittet um weitere Unterstützung.

Für authentische Bilder der Örtlichkeiten und des Hauses in Matara sorgte ein von Heinz Schmidt aus Oftersheim zusammengestellter Film, der Bildmaterial verarbeitete, dass anlässlich der Einweihung des Gebäudes im vergangenen September gedreht wurde. Viele Lacher gab es bei der „Planung“ einer Feuerwehrzufahrt – mangels vorhandener Feuerwehr vor Ort wurde schnell deutlich, dass die Verhältnisse nicht mit Deutschland zu vergleichen sind.

Wolfgang Leberecht, ebenso wie BM Dr. René Pöltl und Stadtkämmerer Manfred Lutz-Jathe im Vorstand des Vereins vertreten, erläuterte nähere Einzelheiten zu den vorgesehenen Patenschaften für das Projekt. Vieles sei zwar für deutsche Verhältnisse sehr billig, trotzdem sei man auf möglichst viele Patenschaften angewiesen, um die Ernährung der Kinder und den langfristigen Unterhalt des Hauses zu sichern. Dankenswerterweise habe es schon erste positive Rückmeldungen gegeben. Der jährliche Betrag betrage 300 EUR, alternativ seien auch 150 EUR möglich. Jede Einzelspende sei ansonsten willkommen.

Bewegende und stimmungsvolle Bilder von Mensch und Landschaft zeigt die Ausstellung von Andreas Lin, Redakteur der Schwetzinger Zeitung, die an diesem Abend eröffnet wurde und noch bis 02. März im Rathaus zu sehen ist.

Information zum Projekt und Unterlagen zu den Patenschaften:

mail: fluthilfe@schwetzingen.de, Tel. 87-105/106

Schwetzingen: Waisenhaus der Aktion Fluthilfe am 13. September 2006 feierlich eingeweiht

Oberbürgermeister Bernd Kappenstein konnte am 13. September 2006 in Begleitung von Stadtrat Herbert Nerz im Rahmen einer feierlichen Zeremonie ein neues Waisenhaus in Matara im Süden Sri Lankas einweihen. Die Finanzierung erfolgte im Rahmen der Aktion Fluthilfe Schwetzingen, die nach der Tsunami-Katastrophe Ende Dezember 2004 ins Leben gerufen wurde und bereits über 160.000,- EUR an Spendengeldern erbracht hat. Das Waisenhaus, das ca. 130.000 EUR kostet, wird künftig 30 Kinder beherbergen. Über Patenschaften soll jetzt auch die Unterhaltung der Einrichtung in der Zukunft gesichert werden. "Vor Ort ist eine ausserordentlich grosse Dankbarkeit zu verspüren. Deshalb wurden am Schluss auch unglaubliche Anstrengungen unternommen, um den angestrebten Einweihungstermin zu halten. Ich bin froh, dass wir dies erreicht haben", sagt Kappenstein in einer ersten Reaktion, sichtlich beeindruckt von der herzlichen Gastfreundschaft vor Ort. Die Schwetzinger Delegation war nach 28-stündiger Fahrt sichtlich erschöpft in Matara angekommen. Auf der Reise waren im Land noch viele Folgen der Tsunami-Katastrophe deutlich sichtbar. Die nächsten Tage werden jetzt genutzt, um mit den Partnern vor Ort noch die verschiedenen Details für die Ausstattung des Hauses, die Bestellung einer Hausleitung sowie die Zuweisung der einzelnen Kinder auszuhandeln."

Waisenhaus macht Fortschritte

Bau der Aktion Fluthilfe kann planmässig im September eingeweiht werden

Wie geht es eigentlich mit dem Bau des Schwetzinger Waisenhauses in Matara, Sri Lanka, voran, fragen sich nicht wenige, die sich als Spender engagiert hatten und mit großem Interesse die Berichte über die Grundsteinlegung am 31. Januar verfolgt hatten. BM Stefan Dallinger und Dr. Hans-Joachim Förster hatten als Vertreter des gegründeten Vereins „Aktion Fluthilfe e.V.“ die Zeremonie vor Ort begleitet.

NaP_6_20072006_low02ch Baubeginn im Februar liegen jetzt aktuelle Informationen und Bilder von Mitte Juli vor, die durchaus hoffnungsvoll stimmen können. „Nach Bestätigung unseres Treuhänders vor Ort laufen die Arbeiten derzeit auf Hochtouren. In dieser Woche können die Dacharbeiten abgeschlossen werden, so dass es jetzt an den weiteren Innenausbau geht“, freut sich Oberbürgermeister Bernd Kappenstein, Vorsitzender des Vereins, über die planmäßige und zuverlässige Zusammenarbeit. Zur Zeit arbeiteten ca. 15-20 Personen gleichzeitig am Bau, so dass die Baustelle fast täglich ihr Gesicht verändere. Das der recht knapp erscheinende Zeitplan zu halten ist, zeigt sich auch am Beispiel des benachbarten Schulklassenneubaus der westfälischen Stadt Halver, der ähnlich schnell hochgezogen wurde. Dafür sorgen natürlich auch die völlig anderen Standards am Bau. Kappenstein will begleitet von Stadtrat Herbert Nerz und Andreas Lin persönlich in der 3. Septemberwoche für die Einweihung vor Ort sein.

Im Rahmen einer Mitgliederversammlung, hier waren leider noch keine Bilder verfügbar, konnte Kappenstein am 27. Juli alle Mitglieder, darunter Vertreter der Gemeinderatsfraktion sowie Pfarrer Thomas Müller und Pfarrer Wolfgang Gaber, über die wesentlichen Entwicklungen informieren. Weiteres Thema war natürlich auch die BewilliP_4_09072006_low03gung von weiteren Geldern entsprechend dem Baufortschritt.

Die ursprünglich im vergangen September angenommenen Kosten von knapp 90.000 EUR an Gebäudekosten können wohl nicht gehalten werden. Der genauer berechnete Bauvertrag vom Februar geht von 107.000 EUR aus. Inwieweit hier die rasanten Verteuerungen für Arbeitskosten und Material, eine leider übliche, negative Begleiterscheinung des allgemeinen Wiederaufbaus, noch Steigerungen mit sich bringen, bleibt abzuwarten. In jedem Fall erhalten die eingegangen Spendengelder von über 160.000,- EUR noch genügend Spielräume für die Ausstattung und Unterhaltung des Hauses. Sobald das Haus bezugsfertig ist, können dann auch Patenschaften für die bis zu 30 aufzunehmenden Kinder vergeben werden, um die dauerhafte Zukunft des Hauses zu sichern.

Im Schwetzinger Haus sollen Waisen eine Zukunft bekommen

Eindrücke der Grundsteinlegung kaum zu übertreffen / Verträge sichern Mitspracherecht
Von unserem Redaktionsmitglied Jürgen Gruler

"Die Menschen dort sind noch immer traumatisiert", sagt Dr. Hans-Joachim Förster. Wen wundert's, schließlich starben in Matara, mit Universität und zahlreichen Schulen das geistige und wirtschaftliche Zentrum grundstein1des Südens von Sri Lanka, gut ein Zehntel der 50 000 Einwohner. Niemand versteht hier, warum das Meer den Menschen so etwas angetan hat, ganze Busse voller Menschen wurden vom Tsunami mitgerissen und nie mehr gefunden. Zerstört wurden auch vier Grundschulen und eine High School, eine hat die Caritas unter christlicher Führung nun wieder eröffnet.
Ein zweites Projekt ist eben das vom YMBA, einer buddhistischen Sozialorganisation. Hier sind bereits ein Kindergarten für 180 Kinder sowie ein Haupthaus für die Schule für 120 Schüler neu gebaut worden. Beim Kindergarten hat die Stadt Halver geholfen, das Schulhaus wurde vom YMBA-Präsidenten Dr. Kularatna, einem berühmten Frauenarzt auf Sri Lanka, fast vollständig privat finanziert. Weitere Schulgebäude, auch eine weiterführende High School und eben das Schwetzinger Waisenhaus, werden den Campus auf Tsunami-sicherem Gelände ergänzen.
"Wir kommen mit einem sehr guten Gefühl aus Sri Lanka heim", beschreibt Bürgermeister Stefan Dallinger die Situation. Zusammen mit Dr. Förster war er zur Grundsteinlegung fürs Waisenhaus vor Ort und hat mit den dortigen Partnern auch einen Vertrag ausgehandelt, der die Zusammenarbeit und die finanzielle Förderung des Projektes festschreibt. Cornelius Huppertz, der in der deutschen Botschaft in Colombo die deutschen Hilfsprojekte koordiniert, habe bestätigt, dass es sich um seriöse Partner handle und das Projekt durchaus Vorbildfunktion genieße, da Kinder aller Konfessionen und beider Geschlechter hier eine Schulbildung erhalten. Und die GTZ-Leute hätten bestätigt, dass die Grundstücksverträge und Kostenberechnungen realistisch seien, so Dallinger zur Vorarbeit.
In Matara angekommen, sei dann die Gastfreundschaft überwältigend gewesen, sagt Dallinger. Dokumentiert ist dies in einem Videofilm von der Grundsteinlegung. Da werden die beiden Schwetzinger, bei 35 Grad als einzige mit Anzug und Krawatte, von einer Tanz- und Trommelgruppe zur Schule geleitet, auf dem Pausenrasen stehen knapp 300 Kinder mit Fähnchen, größtenteils mit Wachsmalstiften selbst in den deutschen Farben gemalt, um sie zu begrüßen. Dann folgt eine Feier im großen Schulhaus, das, wie auf Sri Lanka üblich, zum Unterricht einfach mit Paravan-Wänden in Klassenstufen unterteilt wird. Tolle Folkloreaufführungen und bewegende Geschichten von Tsunamiopfern umrahmen die offiziellen Ansprachen (wir berichteten bereits).
Dann der große Moment. Im Beisein eines hohen buddhistischen Mönches werden die Grundsteine gelegt. Auf Sri Lanka übrigens ein beinahe noch wichtigerer Moment als die Einweihung. Drei einheimische Steine und ein großer Schwetzinger Rheinkiesel werden eingemauert. Hinzu kommen Briefe unmain_hall0202d Urkunden aus Schwetzingen sowie eine Schwetzinger Zeitung vom 27. Dezember 2004, in der erstmals von der Katastrophe in Südostasien berichtet wurde.
Doch mit der Grundsteinlegung war die Reise lange nicht vorbei. Es folgte die Vertragsunterzeichnung, mit der klar Rechte und Pflichten beider Seiten festgelegt wurden. Vor allem mit der Verpflichtung eines Vertrauensmannes, des Vaters des Halver Teeimporteurs Mahesh Hewakandamby, der in Matara zwei Keksfabriken mit 1400 Beschäftigten betreibt, sei Sicherheit dafür geschaffen worden, dass das Schwetzinger Geld bei den Opfern ankomme, glaubt Dr. Förster. Die weiteren Bemühungen waren schon in die Zukunft gerichtet. So besichtigte man ein Waisenhaus, das ganz ähnlich aufgebaut ist, wie das künftige Schwetzinger. Auch andere Projekte des Partnervereins "Bodu Mage", die von der Stadt Halver finanziert wurden, hat man besichtigt und sich bestätigen lassen, dass die Abrechnungen korrekt und die Ausführung vor Ort sehr solide ausgefallen ist. "Ich bin sicher, dass wir hier wirklich helfen konnten", sagt Dallinger schließlich.

© Schwetzinger Zeitung - 08.02.2006

Der Vertrag

Mit diesem Vertrag wollen sich die Schwetzinger Geldgeber die Überwachung des Waisenhaus-Baues und das Mitspracherecht beim künftigen Betrieb sichern.

Vom treuhänderischen Konto bei der Sampath Bank Matara, das nur mit Teilbeträgen der Bausumme nach Fortschritt bestückt wird, können Vereinspräsident Kularatna und der Schwetzinger Vertraute Hewakandamby nur gemeinsam abheben.
Ein Supervisor, der für seine gesamte Tätigkeit 1000 Euro bekommt, muss täglich Baufortschritt und Verwendung der Materialien überwachen. Es gibt eine monatliche Berichtspflicht mit Fotos und Kostenentwicklung nach Schwetzingen.
Der Unterhalt des Gebäudes unterliegt einem jährlichen Budgetplan, Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten muss von Schwetzinger Seite zugestimmt werden.
Zusätzlich zum Bau des Waisenhauses, der 90 000 Euro kosten wird, übernimmt der Schwetzinger Verein "Aktion Fluthilfe" Kosten für Unterkunft, Nahrung, Kleidung und Betreuung der 30 Waisenkinder, die hier Platz finden. Pro Kind wird mit 250 Euro im Jahr gerechnet, die über Paten in Deutschland finanziert werden sollen.
Ein Leiter des Waisenhauses kann nur mit Zustimmung der Schwetzinger bestellt werden. Die Aufnahme von Kindern soll aufgrund eines detaillierten Rankings erfolgen, das Tsunami-Betroffenheit und Lebenssituation berücksichtigt.
Der Vertrag läuft 10 Jahre. Wird das Haus zweckentfremdet, gibt es die Möglichkeit für eine fristlose Kündigung.

© Schwetzinger Zeitung - 08.02.2006

Grundstein für Waisenhaus gelegt

Feierliche Zeremonie in Matara auf Sri Lanka

Mit der Grundsteinlegung für das geplante Waisenhaus konnten BM Dallinger und Dr. Hans-Joachim Förster für die Aktion Fluthilfe den formellen Baubeginn einleiten.

Dazu schrieb die Schwetzinger Zeitung am 01. Februar 2006:

Wenn jemand Hilfe braucht, soll man helfen
Stefan Dallinger und Hans Förster legen auf Sri Lanka Grundstein für Schwetzinger Waisenhaus

Von unserem Redaktionsmitglied Jürgen Gruler

"Das hat uns emotional sehr berührt. Mit welch grosser Freude hier unsere Hilfe aufgenommen wurde, ist sehr bewegend", sagte der Schwetzinger Bürgermeister Stefan Dallinger gestern Nachmittag unserer Zeitung am Telefon. Zuvor hatte er auf Sri Lanka den Grundstein für ein Waisenhaus gelegt, das von Schwetzinger Bürgern im Rahmen der Tsunami-Hilfsaktion in der Stadt Matara finanziert wird.
Seit Sonntagabend sind Bürgermeister Stefan Dallinger und Hans-Joachim Förster von der "Aktion Fluthilfe Schwetzingen" auf Sri Lanka, um das Waisenhaus rechtlich und baulich auf den Weg zu bringen.
Erste Station war die Deutsche Botschaft in der Hauptstadt Colombo. Dort bestätigte der Botschafter den Schwetzingern nach Angaben von Stefan Dallinger nochmals die Seriosität des ausgewählten Projektes und der Partnerorganisationen.
Auch die Bundesbeauftragte für die Tsunami-Hilfe, Christina Rau, die Witwe des Ex-Bundespräsidenten, habe bei ihrem Vor-Ort-Besuch vor Weihnachten die Schule für Mädchen und Jungen angeschaut und einen positiven Eindruck gewonnen.
Am Montag ging es dann auf die fünfstündige Fahrt in das nur 170 Kilometer entfernte Matara. Die Infrastruktur und die Verkehrswege seien noch immer schwierig, so Dallinger. Dienstag früh seien Förster und er dann im Hotel abgeholt worden. Mitten in der Stadt sei ihr Wagen von einer Motorradeskorte mit deutschen Fähnchen erwartet worden, die sie unter dem Jubel vieler hundert Menschen bis zur vom YMBA neu erbauten Schule gebracht habe.
Dort angekommen habe es einen sehr farbenfrohen Empfang durch eine Tanzgruppe gegeben. Den Schwetzingern wurden Ketten aus frischen Blumen umgehängt. In der Aula der Schule begann dann die Feierlichkeit mit einer Ansprache des Präsidenten der buddhistischen Hilfsorganisation YMBA. Dr. Kulanatra betonte, dass alle Menschen miteinander verwandt seien und man froh über die Hilfe sei, die nun aus Schwetzingen hier nach Matara komme. Ein kleiner Junge habe dann von seinem Schicksal erzählt, geschildert, wie Vater und Mutter im Tsunami umgekommen seien und er selbst gerettet wurde.
"Ich bin sehr froh, dass ich hier eine Chance auf Schule und auf eine Unterkunft bekomme und hoffe, dass noch weitere Kinder eine solche Möglichkeit erhalten können", sagte er in einer sehr bewegenden Ansprache.
Stefan Dallinger versprach den Schülern, Lehrern und Bürgern aus Matara, dass die Hilfe für das Waisenhaus keine einmalige Sache sei und Schwetzingen auch künftig für den Unterhalt sorgen werde. Das erweckte Erstaunen und fand grossen Beifall bei den Einheimischen. Dr. Förster richtete die Grüsse des Beirates aus, der ja die Schwetzinger Spender bei dem Projekt vertreten soll.
Dann wurde der Grundstein gelegt. Stefan Dallinger hatte eigens einen Stein aus Schwetzingen mitgebracht, der auf gleiche Höhe mit einem Stein aus Matara gesetzt wurde. "Das soll die gleiche Augenhöhe symbolisieren, auf der wir uns als Helfende und Opfer bewegen wollen", sagte uns Dallinger am Telefon. Zudem wurde eine Urkunde von OB Bernd Kappenstein und eine Schwetzinger Zeitung vom 27. Dezember 2004 in den Grundstein gemauert, in der die ersten Berichte von der Tsunami-Katastrophe gestanden hatten. Förster und Dallinger legten ausserdem zwei persönliche Briefe mit hinein.
Mit Tänzen, Liedern und buddhistischen Zeremonien (der Mond stand gestern sehr günstig für die Grundsteinlegung) ging die bewegende Feierstunde dann zu Ende. Noch gestern Abend wurden dann die Verträge zu Ende verhandelt und unterzeichnet, die auch rechtlich die Situation zwischen Geldgeber und Empfänger vor Ort regeln sollen.
Dabei legt Schwetzingen Wert darauf, dass der Preis für den Bau des Waisenhauses für 30 Kinder aller Konfessionen mit 80 000 Euro eingehalten wird. Dass dies realistisch ist, hatten sich die Schwetzinger von der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), dem verlängerten Arm des Entwicklungshilfeministeriums, bestätigen lassen.
Zudem stehe den Schwetzingern zu, bei der Einstellung der Waisenhausleitung und bei der Auswahl der Kinder mitzureden, so Dallinger. Bei der Ersteinrichtung werde streng darauf geachtet, dass nur Waisen und Halbwaisen einen Platz erhalten, die aufgrund des Tsunami ihre Eltern verloren haben.
Noch diese Woche beginnen die Maurerarbeiten am Waisenhaus, im August soll bereits alles fertig sein. In den nächsten Tagen wollen Dallinger und Förster andere Einrichtungen vor Ort besuchen.
 

Unbürokratische Hilfe für Sri Lanka

Bau des Waisenhauses für Opfer der Tsunami-Katastrophe in diesem Jahr

Unbürokratische Hilfe für die, die es am nötigsten haben. Das hat sich der Verein „Aktion Fluthilfe Schwetzingen e.V.“ auf die Fahnen geschrieben. Er möchte die Opfer der Tsunami-Katastrophe unterstützen. In Matara, einer Stadt mit 70.000 Einwohnern im Süden von Sri Lanka, wird der Verein den Bau eines WaSri Lankaisenhauses für maximal 30 Kinder unterstützen, die ihre Eltern verloren haben (wir berichteten).

Das Projekt gewinnt dieser Tage an Konturen. Zur Abklärung weiterer Details empfing Oberbürgermeister Bernd Kappenstein in der vergangenen Woche Mahesh Hewakandamby, der direkten Kontakt nach Matara hat, und Rüdiger Bednarz von der Initiative „Halver hilft Matara“. Nachdem die Baupläne für das Waisenhaus fertig sind und die entsprechenden Genehmigungen vorliegen, sollen nun die letzten Formalitäten zum Abschluss gebracht werden. So muss der Verein „Aktion Fluthilfe Schwetzingen e.V.“ einen zuverlässigen finanziellen Transfer der Gelder regeln. In Matara kümmert sich als Partner des Vereins die „Young Men Buddhist Association“ (Y.M.B.A.), eine gemeinnützige und staatlich anerkannte Organisation, um das Projekt. Der von der Y.M.B.A. eigens gegründete Verein „Bodu Mage“ (=klarer Weg) wird Eigentümer und Träger der Einrichtung. Daneben wird eine Schule mit vier Klassenräumen gebaut, die von der nordrhein-westfälischen Stadt Halver finanziert wird. „Mir ist es besonders wichtig, dass man die dortigen Verhältnisse berücksichtigt und daher auch eine Verankerung des Hauses in der Gemeinde sicherstellt“, betont Bernd Kappenstein, Vorsitzender des „Aktion Fluthilfe Schwetzingen e.V.“. Man dürfe den Menschen nicht die westeuropäischen Standards aufzwingen.

Ende Januar werden Bürgermeister Stefan Dallinger, 2. Vorsitzender des Vereins, und Stadtrat Dr. Hans-Joachim Förster aus dem Beirat nach Sri Lanka fliegen, um dort die noch notwendigen Formalitäten zu erledigen. „Wir möchten sicherstellen, dass auch wirklich den Menschen geholfen wird, die am meisten darauf angewiesen sind und dass sich niemand bereichert“, erklärt Stefan Dallinger. Bei diesem Besuch ist die Grundsteinlegung des Gebäudes vorgesehen. Der Bau des Waisenhauses nimmt demnach sichtbare Formen an. „Ich hoffe, dass das Haus so bald wie möglich seiner Bestimmung übergeben werden kann und die Kinder ausgewählt werden, die dort einziehen“, so der Oberbürgermeister. Sobald die Kinder bekannt sind, will er sich so schnell wie möglich auf die Suche nach geeigneten Paten machen. Mit dem Geld, das den Kindern durch ihre Paten zukommt, wird dann Essen, Kleidung und Spielzeug gekauft.

Aktion Fluthilfe Schwetzingen: Verein jetzt gegründet

bild_verein_gruendungMit der Gründung des Vereins „Aktion Fluthilfe Schwetzingen“ wurde jetzt ein weiterer wichtiger Schritt für die Entwicklung des Hilfsprojektes umgesetzt. Der Verein soll wie berichtet einen unbürokratischen und organisatorischen Rahmen für die weitere Umsetzung bilden.

Zur Gründungsversammlung im Rathaus trafen sich jetzt unter Leitung von OB Bernd Kappenstein die Vertreter der Stadtverwaltung und des künftigen Beirats. Dieser berät den Vorstand und besteht aus Vertretern jeder Fraktion und der Kirche, namentlich Dr. Hans-Joachim Förster, CDU, Doris Glöckler, SPD, Dr. Jürgen Grimm, SWF 97, Heinz Ackermann, FDP, Monika Maier-Kuhn, Grüne und Herbert Nerz, FDP sowie Pfarrer Thomas Müller, evangelischen Kirche, und Pfarrer Wolfgang Gaber, katholische Kirche. Dem zu bildenden Vorstand gehören neben OB Kappenstein als Vorsitzendem und BM Stefan Dallinger als dessen Stellvertreter Manfred Lutz Jathe als Kassier sowie Wolfgang Leberecht als Schriftführer an. Die Mitarbeit ist selbstverständlich rein ehrenamtlich.

Kappenstein konnte bei dieser Gelegenheit berichten, dass das Projekt vor Ort in Matara im Süden Sri Lankas Fortschritte machen. Nachdem bereits schon länger ein geeignetes Grundstück gefunden worden sei, seien mittlerweile auf Basis der eingereichten Pläne bereits die ersten Genehmigungen für den Bau des Waisenhauses erteilt worden. Die weiteren Vorbereitungen liefen ebenfalls planmäßig. Er sei deswegen zuversichtlich, dass im Januar der offizielle Baubeginn erfolgen können. Bereits jetzt sei erkennbar, dass sich die Kooperation mit der westfälischen Stadt Halvar, die in unmittelbarer Nähe eine Schule errichten wird, durch die gemeinsamen Kontakte nach Matara bewähre.


 

© 2005 Aktion Fluthilfe Schwetzingen e.V.